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Bildungsstreik 2009
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Besetztes Audimax der RUB
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Alternative Lehre und Kultur
Montag, 14. Dezember 2009
Start einer alternativen Vorlesungsreihe Dozierender und Studierender!

Donnerstag Abend Metal-Konzert im Audimax.

Am Donnerstag startet im besetzten Audimax der RUB eine Veranstaltungsreihe von Dozierenden, Lehrenden und anderen gesellschaftlichen Gruppen. Dort sollen Menschen die Möglichkeit haben, Einblicke in Themen zu entdecken, die ansonsten im alltäglichen Uni-Lehrplan keinen Platz haben. Vom "Bologna-Prozess" über die Frage "Was ist eine Universtität?" wird es Veranstaltungen zu alternativen Sicherweisen auf die "Mathematik für nicht-MathematikerInnen", zur "Kritik der politischen Ökonomie des Ausbildungswesens", der "Massengesellschaft Seriengesellschaft" und zu den "Grundsätzen des Datenschutzes" geben.

Auch kulturell ist einiges geboten: am Donnerstag findet ab 22.00 Uhr ein Metal-Konzert mit den Bands Harasai, Psychomantium, Kadavrik, und Chasm statt! Am Samstag wird im Anschluss an die Großdemonstration eine Elektro-Party im "Protestzentrum Audimax stattfinden.


Programm zu alternativen Lehrveranstaltungen:

Jörg Menden
10 Jahre Bologna-Prozess - Entwicklung und Perspektiven der Bologna-Erklärung
Donnerstag, 17. Dezember | 16-18 Uhr

Die Bologna-Erklärung 1999 und der damit verbundene Reformprozess erschüttern die Universitäten und Hochschulen in ihren Grundfesten. Ziel des Vortrags ist es, zunächst einen allgemeinen Überblick über die Entwicklung und die Forderungen des Bologna-Prozesses zu geben. Des weiteren sollen aktuelle Missstände bei der Umsetzung des Reformprozesses sowie mögliche Alternativen aus studentischer und universitärer Sicht thematisiert werden. Der Vortrag bietet auch Gelegenheit, eigene Erfahrungen mit dem Bologna-Prozeß aus verschiedenen Perspektiven zu diskutieren.

Prof. Ulrike Haß
Was ist eine Universität?
Donnerstag, 17. Dezember | 18-20 Uhr

Das Ende einer Epoche, in der Bildung einen Schlüssel für die Gesellschaftsbildung im übertragenen Sinn darstellte, führt heute auch zum Ende jener staatlich geschaffenen Schutzräume der Universitäten, denen der Gedanke der Bildung einst in besonderem Maß übertragen worden ist. Vom Staat „geschützt und gefördert“ (Grundgesetz), sollten sie die Voraussetzung für eine freie, unabhängige Wissenschaft und Bildung bieten und zwar nach dem Kriterium des Erkenntnisgewinns und der Wahrheit (und nicht der Verwertbarkeit).
Unter dem Vorzeichen der „Reform“ wird in Abhängigkeit von Geld und Verwertbarkeit das Prinzip der Hochschulautonomie, der Wissenschaftsfreiheit und der Bildung, die mehr ist und weiter geht als Ausbildung, derzeit in ungekanntem Maße ausgehöhlt und aufgelöst. Was ist aus der modernen Universität geworden, wie sie in den Debatten entworfen wurde, die man um 1800 im Umfeld der Gründung der Berliner Universität führte und die danach zur Grundlage des Selbstverständnisses dieser Universität wie auch aller folgenden großen Neugründungen im frühen 19. Jahrhundert geworden sind? Was heißt heute Bildung und wie behauptet sich ihr Anspruch gegenüber den Forderungen nach einer an der Berufspraxis orientierten Ausbildung, nach Effizienz und Exzellenz?

Moritz Schulte
Mathematik für nicht-MathematikerInnen
Freitag, 18. Dezember | 16-18 Uhr

MathematikerInnen haben mit vielen Vorurteilen zu kämpfen, die zumTeil sicherlich ihren Ursprung im allseits bekannten und (zu recht!) wenig gemochten Mathematikunterricht an der Schule haben. Was für die Geisteswissenschaft Mathematik eigentlich charakteristisch ist soll in diesem Seminar ein wenig beleuchtet werden. Inhaltlich soll versucht werden den Gegenstand der Mathematik etwas näher zu beschreiben und historische Beispiele sollen klassisch mathematisches Denken verdeutlichen. Mit Rechnen hat dieses Seminar rein gar nichts zu tun.

Counter Curriculum
Zur Kritik der politischen Ökonomie des Ausbildungswesens - warum Argumente gegen die Universität nötig sind
Freitag, 18. Dezember | 18-20 Uhr

Dass Bildung in dieser Gesellschaft eine repressive Angelegenheit darstellt, ist den meisten Studenten bekannt. Ziemlich oft hört man in U-Bahn und Hörsaal Beschwerden über das, was einem an Leistung in Uni und Schule permanent abverlangt wird. Der Stress geht bei der Zulassungsbeschränkung los, macht beim knappen Geld keinen Halt und wird dann schließlich mit einzuhaltenden Regelstudienzeiten und Prüfungsstress schön abgerundet. Soweit, so schlecht.
Doch die überall zu vernehmende Kritik an diesen Zuständen wird leider nicht dazu genutzt, über Grund und Absicht der Hochschulreform aufzuklären. Stattdessen soll die bloße Aufzählung der Missstände bereits alles sagen. Wenn dann der Einspruch gegen das Bildungssystem ausgerechnet noch an diejenigen adressiert wird, denen die Studenten diese Situation zu verdanken haben, wächst sich diese theoretische Luftigkeit zu einem handfesten Fehler aus. Sicher kann man sich die Bildungsinstitutionen immer schöner und besser vorstellen, als sie gegenwärtig sind. Mit dieser Enttäuschung den Verantwortlichen gegenüber aber so aufzutreten, als ob sie die Wirkung der Reform übersehen würden oder sich am "eigentlichen" Bildungsauftrag vergangen hätten, unterstellt Absichten, welche die Politik womöglich gar nicht hat.

Sebastian Kirsch, M.A.
Massengesellschaft Seriengesellschaft - Beobachtungen zum Schwund des 20. Jhd.
Montag, 21. Dezember | 14-16 Uhr

Seit der Entstehung der modernen „Massengesellschaften“ ist die Masse ein politisches, ästhetisches und bereits begriffliches Skandalon gewesen, das immer wieder als – bedrohliches bis emanzipativ besetztes – Gegenstück zum Bild des sich selbst transparenten, autonom handelnden Individuum beschrieben und beschworen wurde. Auch die großen politischen Projekte des 20 Jahrhundert samt ihren bekannten katastrophalen Folgen sind nicht denkbar ohne ihren Bezug auf die Masse. Der Vortrag fragt danach, wie sich das Problem der Masse in Zeiten von Ich-AG und unternehmerischem Selbst transformiert hat.

Martin Degeling, B.Sc.
Grundsätze des Datenschutzes - Einführung am Beispiel von VSPL und der RUB-Chipkarte
Montag, 21. Dezember | 16 - 18 Uhr

Die studentische Vollversammlung verweist in ihrem Forderungskatalog unter anderem auf das Recht auf informationelle Selbstbestimmung, das sie durch den Einsatz von VSPL und den Chipkarten gefährdet sieht. In einem kurzen Einführungsvortrag wollen wir dieses Grundrecht näher bestimmen und die daraus abgeleiteten Datenschutzprinzipien vorstellen. Im Anschluss sollen in einer Diskussion die kritisierten Systeme VSPL, Chipkarte und Videoüberwachung auf ihre Verträglichkeit mit den Datenschutzprinzipien untersucht werden.


Weitere Infos:

 
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