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Alternative Veranstaltungen
Samstag, 6. Juni 2009
Wie du sicher schon festgestellt hast, stehen auf der Wiese vor HGB seit einiger Zeit ein paar Zelte und Pavillons und einige Leute verbringen Tag und Nacht an dieser Uni. Was soll das ganze? Ganz einfach: seit Montag, dem 25. Mai wächst hier ein Protestcamp gegen Studiengebühren und andere Widerlichkeiten!

Das Camp soll symbolischer Protest und „warm-up“ zum bundesweiten Bildungsstreik vom 15. bis 20. Juni sowie Ort der Diskussion und eines selbstbestimmten Lebens und Lernens werden.

Gleichzeitig bietet das Camp Raum für Aktionen und ist rund um die Uhr, 7 Tage die Woche Anlaufpunkt um euch mit Infos zu versorgen. Außerdem gibt es hier natürlich Kaffee für lau.

In dieser Woche gibt es zudem im „Hörsaal Zelt West“ (HZW) ein umfangreiches Kultur- und Polit-Programm. Mit einem guten Duzend Veranstaltungen in der Vorwoche zum Bildungsstreik ist immer was los. Kommt vorbei, schaut euch um, diskutiert mit! Egal, ob du nur Veranstaltungen besuchen möchtest oder selbst ein paar Ideen hast – du bist herzlich eingeladen!

Programmübersicht:

Sonntag, 7. Juni


Montag, 8. Juni


Dienstag, 9. Juni


Mittwoch, 10. Juni


Donnerstag, 11. Juni


Freitag, 12. Juni


Samstag, 13. Juni


Veranstaltungsprogramm vom 7. bis 13. Juni 2009:


Sonntag, 7. Juni

16.30 Uhr, Protestcamp:
Workshop: Selbstverteidigung im Alltag

Im Workshop werden Techniken vorgestellt und erprobt, wie mensch sich schnell und effektiv gegen AngreiferInnen verteidigt. Dabei wird sowohl auf waffenlose Verteidigung als auch auf die Verteidigung mit Alltagsgegenständen eingegangen. Die Veranstaltung wird je nach Lust und Laune der Teilnehmenden etwa 2-3 Stunden in Anspruch nehmen.


Montag, 8. Juni

14.00 Uhr, Protestcamp:
Diskussion: VSPL - die unendliche Geschichte

Im Jahr 2002 begann eine, von der RUB beauftragte, Firma das „System zur Verwaltung von Studien- und Prüfungsleistungen“ - kurz VSPL - zu entwickeln. Seit einigen Semestern ist die Nutzung dieses Systems für immer mehr Fächer verpflichtend. Obwohl die Mängel dieses Mammutprojekts mehr als offensichtlich sind, fällt der „Rollout“ über immer mehr Fakultäten und Studierende her. Hinterfragt wird das Projekt dabei kaum noch.

In einer Gesprächsrunde wollen wir über die Gründe (Stichwort eBologna) informieren und die Auswirkungen von VSPL und der Technisierung auf das Studium diskutieren. Kritische und verteidigende Stimmen sind dabei gleichermaßen eingeladen.


18.00 Uhr, AStA-Foyer:
Plenum: Bildungsstreik 2009

Hast du Lust dich einzumischen? Willst du die Dinge, die dich hier an der Uni nerven endlich selbst angehen? Hast du eine eigene Idee davon, wie du dir die Universität und das Bildungssystem vorstellst oder den Wunsch, solche Ideen zu entwickeln? Dann komm zum Vorbereitungstreffen für den Bildungsstreik und bring' deine Ideen und Freunde mit!


20.30 Uhr, Protestcamp:
Film: Das Leben der Anderen (BRD 2006, 137 Minuten)

November 1984, fünf Jahre vor der Öffnung der Berliner Mauer: Die DDR sichert ihren Machtanspruch durch den Überwachungsapparat der Staatssicherheit. Hauptmann Gerd Wiesler übernimmt die Observation des renommierten Schriftstellers Georg Dreyman und seiner Freundin Christa-Maria Sieland. Zunehmend fühlt sich der überzeugte Stasi-Mitarbeiter vom Leben des Künstlerpaares berührt. Als er erfährt, dass der Überwachung nicht politische, sondern private Motive zugrunde liegen, beginnt er, seinen Auftrag zu sabotieren – mit weit reichenden Folgen für alle Beteiligten.

Das mit zahlreichen Preisen ausgezeichnete Langfilmdebüt von Florian Henckel von Donnersmarck setzt sich mit einem Teilaspekt der Geschichte der DDR auseinander und beleuchtet die von Stasi-Spitzeln durchsetzte Kulturszene Ost-Berlins.


Dienstag, 9. Juni

14.00 Uhr, Protestcamp-Wiese:
Performance: Alternatives Campusfest

Im Rahmen der „Exzellenz-Initiative Protest“ wird auf der Wiese vor dem TUZ (ehemals FUB) ein D.I.Y. Live-Act im Rahmen eines alternatives Campusfestes stattfinden. Neben dem Zocken beim überdimensionalen Uni-Monopoly darf am VSPL-Glücksrad gedreht, beim Anwesenheitslisten Eintrags-Wettbewerb teilgenommen oder die multiple-choice Fähigkeit unter Beweis gestellt werden. Zu allem Überfluss gibt es Gerüchte über gelbe Zuckerwatte.


17.00 Uhr, Protestcamp:
Vortrag: KffB Dortmund – Bildungsstreik: wieso, weshalb, warum?

Seit Jahren gibt es Versuche alle Bereiche unseres Lebens so umzugestalten, dass sie den Gesetzen und dem Leistungsdruck der kapitalistischen Akkumulation genügen. Einer der Bereiche in dem dies besonders deutlich wird, sind die weltweiten Reformen im Bildungsbereich. Diese haben unsere Schul- und Ausbildung immer mehr in ein Zwangssystem verwandelt, dass nur leistungsstarke und produktive Maschinen erzeugen soll. Dagegen gab es auch immer wieder Proteste. Mit dem bundesweiten Schulstreik letztes Jahr und den Protesten in Italien, Spanien und Frankreich hat ein neuer Kampfzyklus begonnen, der es uns ermöglicht unser Recht auf ein erfüllteres, mitbestimmteres Leben zu erkämpfen.

Allerdings haben die bisherigen Proteste meist nicht die gewünschte Wirkung gezeigt. Deshalb werden wir vom 15. bis zum 20. Juni im Rahmen des bundesweiten Bildungsstreiks demonstrieren, blockieren und besetzen! Wir, das sind SchülerInnen, StudentInnen, GewerkschafterInnen, Eltern und weitere Gruppen.

In dem stattfindenden Vortrag werden die Ideen, Ziele und geplanten Aktionen des Bildungsstreiks erläutert und diskutiert.


21.00 Uhr, Protestcamp:
Lesung: Jørch Schønewerk - „Im Kampf gegen Kapital und Schornsteinfeger“

Kurzgeschichten aus der Kurzgeschichtensammlung: Dummheit ist eine weit verbreitete Krankheit, die gerade vor den vermeintlichen Autoritäten dieses Landes keinen Halt macht. Das vom Autor beherzigte Motto "Lacht kaputt, was euch kaputt macht!" liefert möglicherweise einen probaten Ansatz, mit allerlei nervenden ZeitgenossInnen, AmtsträgerInnen, uniformierten SchlägerInnen, BerufshändeschüttlerInnen und ähnlichen Irrlichtern adäquat umzugehen. Er liefert aber nicht nur einfache, schnöde Kritik, sondern bietet auch konkrete Antworten auf wichtige Fragen. Beispielsweise erfährt man, wie Menschen in Enten verwandelt werden und Nazis im wahrsten Sinne des Wortes „Feuer unterm Hintern“ gemacht werden kann.


Mittwoch, 10. Juni

16.30 Uhr, Protestcamp:
Input: Rote Hilfe Bo/Do - Was tun wenn's brennt?

Wer beim Bildungsstreik an Demonstrationen oder Veranstaltungen teilnimmt, läuft immer auch Gefahr mit Polizei und Justiz konfrontiert zu werden. Deshalb gibt die Rote Hilfe Bochum/Dortmund praktische Rechthilfetipps und einen kurzen Input zum Verhalten auf Demonstrationen: Was nimmt mensch mit auf eine Demo, was nicht? Was kann passieren und wie verhält mensch sich dann am besten? Dabei geht es nicht darum, Ängste zu schüren, sondern abzubauen, indem auch solche Situationen besprochen werden, die für die Demo oder einzelne Personen brenzlig sein können.


17.00 Uhr, Nordforum:
Infos und Party: Bildungsstreik-Cocktails

Beim Campusfest der Ruhr-Uni werden auch dieses Jahr wieder mehrere zehntausend BesucherInnen erwartet. Auch die AG Bildungsstreik wird mit einem Infostand auf dem Nordforum vertreten sein. Dort gibt es nicht nur aktuelle Protest-Infos sondern auch leckere Cocktails. Der Erlös kommt den Repressionsopfern der Bildungsproteste 2006 zugute. Eine weitere Anlaufstelle für Informationen rund um den Bildungsstreik wird es außerdem im Protestcamp geben.


Donnerstag, 11. Juni

18.00 Uhr, AStA-Foyer:
Plenum: Bildungsstreik 2009

Trotz Feiertag (Happy Cadaver Day) laufen die Vorbereitungen für den Bildungsstreik an der RUB weiter. Schließlich gibt es eine Menge zu tun, zu diskutieren, Pläne zu schmieden und Gegenwind gegen ein neoliberales Bildungssystem zu organisieren. Damit es ab ab dem 15. Juni heißen kann: demonstrieren, blockieren, besetzen!


Freitag, 12. Juni

16.00 Uhr, Protestcamp:
Workshop: Trommelworkshop für AnfängerInnen und Fortgeschrittene

Trommeln ist wie das Salz in der Suppe – Trommeln mit netten Menschen intensiviert den Lerneffekt und macht Spaß. Alle Menschen, die Lust zu Trommeln haben – ob AnfängerIn oder Profi - sind herzlich eingeladen am Protesttrommeln teilzunehmen. Gerne eigene Trommeln oder anderweitig trommelbares Gerät mitbringen.


20.00 Uhr, Protestcamp:
Film und Diskussion: Konferenz der Tiere (BRD 1969, 95 Minuten)

Die Staatsmänner der Welt konferieren und kommen doch zu keiner Entscheidung für einen Frieden. Eines Tages haben die Tiere der Welt genug von den nie endenden Kriegen der Menschen. Und so berufen sie eine Konferenz aller Tiere ein. Sie beschließen, die Kinder zu entführen, um so die Erwachsenen zu Glück und Frieden zu zwingen...

Erich Kästner schrieb seine Fabel „Die Konferenz der Tiere“ 1949 unter dem Eindruck des Zweiten Weltkriegs als einen Appell für den Frieden in der Welt. Ende der 60er Jahre wurde die Vorlage innerhalb von zwei Jahren durch den Produzenten Curt Linda und sein Team umgesetzt.


Samstag, 13. Juni

18.00 Uhr, Protestcamp:
Vortrag: Alexander Grossert - Verschwörungstheorien nach dem 11. September 2001

Die Terroranschläge vom 11.9.2001 und ihre propagandistische Ausschlachtung im Rahmen des „War On Terror“ haben so manches Weltbild ins Wanken gebracht. Die Verlautbarungen der kriegführenden US-Regierung schienen so unglaubwürdig, wie alternativlos. Vereinfachende Erklärungen nach dem Schema „Kein Blut für Öl“ tauchten global im oppositionellen Diskurs auf und vermischten sich dort mit Verschwörungstheorien und klassisch antisemitischen Stereotypen. Noch heute glauben (je nach Umfrage) ein bis zwei Drittel der New YorkerInnen, dass 9/11 eine Inszenierung der Bush-Regierung war.

Der Referent beschäftigt sich mit aktuellen sozialwissenschaftlichen Studien zum Diskurs über den elften September. Neben Fragen der Verbreitung und Entstehung soll hier die Suche nach Abgrenzungsformen, also nach passenden Begrifflichkeiten im Zentrum stehen. Wann ist eine politische Argumentation eine Verschwörungstheorie? Wann ist diese antisemitisch? Und wie kann dieses Wissen rhetorisch verwendet werden, ohne vermeintlichen VerschwörungstheoretikerInnen direkt Vernunft und Diskursfähigkeit abzusprechen?


20.00 Uhr, Kultur-Café:
Auftakt-Konzert zum Bildungsstreik 2009

Schon am Samstag vor dem offiziellen Beginn des Bildungsstreiks findet im Kultur-Café ein Auftakt-Konzert mit drei Bands aus dem Bereich Rock/Punk statt, um die Protestwoche einzuläuten und für den Streik zu mobilisieren. Für gute Stimmung sorgen:

  • Panda in the ice box - gebürtig aus dem Ruhrgebiet, bedeutet: 3rd Wave Ska der Superlative, lässig, locker, luftig, frei! Voll und ganz ein Cocktail aus schwingenden Offbeats, rotzfrechem Punk, dazu ein ordentlicher Schuss Reggae, verfeinert mit der mitgelieferten Bläsercombo, lässt das Publikum vor der Bühne zu Hochform auflaufen. "Unsere Musik ist darauf ausgelegt den Leuten 'nen Arsch voll Ska und gute Laune zu verpassen!" Ihre Texte machen Sinn, so sagen sie selbst, sie werden vom Leben geschrieben.
  • Prisca Jones - Deutschlands wohl vielversprechendste Newcomer arbeiten nach erfolgreichen Teilnahmen bei bundesweiten Band Contests und der Finalteilnahme beim Förderprogramm popUP NRW (MasterClass) an ihrem ersten Longplayer. Wer hymnischen Pop-Rock mit Einflüssen großer britischer und skandinavischer Bands liebt, der wird auch an PRISCA JONES nicht mehr lange vorbeikommen. Das bisherige Highlight ihrer aktuellen Tour war der Support von Silbermond in der ausverkauften Westfalenhalle.
  • ReiB - Bass T. (alias HairyBert Fasstrinker) und Shawn Stonebrusher schlenderten die Straßen unserer Großstadt entlang und hatten eine Vision: Es musste eine Band mit dem Namen ReiB her! So nahmen die beiden ihre Instrumente und kaperten einen Ortsansässigen Proberaum zusammen mit Shawns Bruder Dirty Böller ließen sie die ersten Reibschen Ergüsse auf die bis dato unverdorbene Menschheit los. ReiB all Night and Party every Day!

Studiengebühren und Bildungsbarrieren wegrocken!


Pressemitteilung der AG Bildungsstreik:

Uni-Protestcamp geht in die 3. Woche
- Veranstaltungsreihe als „warm-up“ zum Bildungsstreik

Das Protestcamp für freie Bildung an der Ruhr-Uni Bochum (RUB) geht in die 3. Woche! Auf der Wiese vor dem Hörsaalgebäude HGB haben Studierende einen lebendigen, selbstorganisierten Raum geschaffen. Im neu errichteten „Hörsaal Zelt West“ (HZW) wollen sie in der Woche vom 7. bis 13. Juni ? der Vorwoche zum bundesweiten Bildungsstreik - zahlreiche Veranstaltungen durchführen.

So werden verschiedene Workshops, Vorträge und Lesungen sowie eine Kunst-Performance als „alternatives Campusfest“ stattfinden. Abgerundet wird die Woche durch ein Auftakt-Konzert zum Bildungsstreik im Kultur-Café. Bereits am Freitag, dem 29. Mai hatte eine Goa-Party mit fast 300 TeilnehmerInnen im Camp stattgefunden. „Eigentlich sollte das Camp nur eine Woche lang bestehen, doch nach überwiegend positiver Resonanz von Studierenden und Lehrenden haben wir uns kurzerhand entschlossen weiterzumachen. Trotz vorlesungsfreier Zeit kommen von überall her Studierende und SchülerInnen, die aktiv werden wollen und gute Ideen haben.“, so Maren Lufski von der AG Bildungsstreik.

„Die Pfingstferien haben wir genutzt um uns zu organisieren und die Aktionen für den Bildungsstreik vom 15. Bis 20 Juni zu planen“ so Lufski weiter. „Die Vollversammlung Ende Mai hat gezeigt: die Studierenden der RUB sind nicht länger bereit die miserable Bildungssituation widerstandslos hinzunehmen. Um und Gehör zu verschaffen setzten wir auf Aktionen des zivilen Ungehorsams. Denn nicht umsonst lautet das Motto des bundesweiten Bildungsstreiks: Demonstrieren, blockieren, besetzten!“. Am Mittwoch, dem 17. Juni werden bundesweit SchülerInnen und Studierende auf die Straße gehen. In Bochum wird es eine zentrale Demonstration um 10 Uhr ab Hauptbahnhof geben. Außerdem wird am 20. Juni eine landesweite Protestveranstaltung in Düsseldorf stattfinden, zu der auch BochumerInnen anreisen werden.


Weitere Infos:

 
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Termine
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Vorlesungsfreie Zeit
Fr, 15. Oktober
  • 18.00 - Alt. Erstirundgang
  • 20.00 - Semesterstart Party
Mo, 15. November
  • Gloal Wave of Action